Mitglieder des Trägervereins blicken auf ein herausforderndes Jahr zurück

Für 2016 hofft der Verein auf die Fortsetzung des erfolgreichen Engagements an der staatlichen Realschule


Rudi Mühlhans berichtete als Geschäftsführer, dass der Verein im zurückliegenden Jahr annähernd 600.000,- Euro eingenommen hatte wovon der Zuschuss der Stadt für die Angebote der Jugendarbeit unverändert 400.000,- Euro betrug. Wesentlichste Ausgabeposition waren wie immer die Personalkosten, die sich auf über 530.000,- Euro beliefen. Aufgrund der Umstellung auf Bilanzierung musste der Trägerverein im zurückliegenden Jahr ein Defizit in Höhe von 45.198,75 Euro ausweisen.
Die Rechnungsprüfer des Vereins, Hr. Becker und Fr. Dr. Anton, stellten der Organisation mit Blick auf die Abwicklung der Finanzen ein ordentliches Zeugnis aus so dass die Delegierten einstimmig den Jahresabschluss 2015 beschlossen und der Vorstand entlastet werden konnte.

Bereits kurz vor der Versammlung konnten sich die Delegierten über die Arbeit im Jugendzentrum Saftladen, im Jugendtreff Ein-Stein und bei der Mobilen Jugendarbeit informieren.

Während der Sitzung stellte zunächst Dagmara Sosnowska das Projekt „actors of urban change“ vor. Ein weiterer Schwerpunkt in der Versammlung war der lebendige Bericht von Lars Fendrich über sein Wirken an der staatlichen Realschule Geretsried. Das "sozialraumorientierte Modellprojekt als Alternative zur Einführung von Schulsozialarbeit" wurde im  Oktober 2013 gestartet. Zunächst dauerte es etwas, bis Schüler und Lehrerschaft das Angebot bekannt wurde und von allen als  Ressource an der Schule genutzt wurde. Waren es in der Anfangsphase etwa 10 SchülerInnen die beraten und begleitet wurden so stieg die Zahl – auch Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Schulpsychologen Florian Geißler  – auf mittlerweile 50 an, die von den beiden betreut werden. In der Mehrzahl der Fälle geht es darum, „übliche Probleme“ von jungen Menschen im Heranwachsen zu bearbeiten. Diese sind häufig Fragen der Abgrenzung in den Familien und die Bearbeitung von Konflikten im Elternhaus. Seltener geht es um direkte Schwierigkeiten an der Schule und Suchtmittelkonsum. Aus der Erfahrung von Hr. Fendrich braucht es manchmal eine gewissee Anlaufzeit bis die Schüler über die Probleme berichten. Häufig sind die meist von Lehrkräften angefragten Sozialtrainings von Lars Fendrich (Umfang je zwei Wochenstunden über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen) eine gute Zugangsmöglichkeit zu einzelnen Schülern. Bei den Sozialtrainings wird das Zusammenwirken im Klassenverbund mittels erlebnispädagogische Elemente reflektiert und im Idealfall positiv beeinflusst.
Hr. Fendrich stellte den Delegierten dar, dass für die erfolgreiche Zusammenarbeit ein gegenseitiges Vertrauen in der Schulgemeinschaft erforderlich ist. Dieses ist nicht per se erwartbar sondern musste im Laufe der Zeit wachsen. Auch die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Jugendamtes, der Erziehungsberatungsstelle und anderer fachlicher Angebote hat sich in der Projektlaufzeit schnell sehr positiv entwickelt, wenngleich eine direkte Weitervermittlung nicht immer sofort möglich bzw. erforderlich war weil Probleme durch eine frühe Intervention an der Schule gelöst werden konnten. Sofern es jedoch um akute Gefährdungslagen ging klappte die Zusammenarbeit hervorragend. Schon früh wurde deutlich, dass das Projekt mit wöchentlich sieben Stunden man dem Bedarf nicht ausreichend gerecht werden kann und somit lediglich nur die akutesten Fälle berarbeitet werden konnten. Aus diesem Grund setzte sich der Trägerverein für die Einführung von Schulsozialarbeit an Realschulen ein. Mit dem erfolgten Beschluss der entsprechenden Landkreisgremien soll im Herbst diesen Jahres nun endlich eine halbe Stelle geschaffen werden um die erfolgreiche Arbeit von Herrn Fendrich mit angemessenen personellen Ressourcen fortzusetzen. Wie bereits an anderer Stelle dargestellt hat sich der Verein um die Trägerschaft beworben; die Entscheidung darüber steht noch aus.

Mit Ende des Projektes wird Hr. Fendrich sein Engagement beenden. Als er im Herbst 2013 die Aufgabe übernahm ging man im Verein davon aus, dass das Projekt lediglich bis zum Sommer 2014 durchgeführt werden sollte. Dank der finanziellen Unterstütung des Jugendamtes und einiger weiterer Organisationen konnte die Finanzierung bis zum Sommer 2016 sichergestellt werden. Hr. Mühlhans ergänzte, dass sich auch die Schulleitung für die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Trägerverein und den Einsatz von Hr. Fendrich im Vorfeld zur Sitzung bedankt hat.

Die Versammlung wurde durch Kerstin Halba als Vorsitzende mit Terminankündigungen abgeschlossen, darunter u.a. die Einladung  zum Stadtteilfest am Neuen Platz am 11. Juni sowie zum  Stadtteilfest am Jugendtreff Ein-Stein am 2. Juli.

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