Mayors for Peace - Geretsrieder Friedensdialog

Freitag, 5. Juli 2019 – Schulzentrum Geretsried: Im Zuge des Aktionstages Mayors for Peace (engl. „Bürgermeister für den Frieden“) trafen am späten Vormittag rund 130 Schüler*innen der Mittel- und Realschule Geretsried auf acht Experten. Auf einer Ebene mit einer - für jeden Beitrag und jede Meinung - offenen Atmosphäre fand ein angeregter Austausch zum Thema Frieden statt. Neben Michael Müller (Bürgermeister der Stadt Geretsried), erklärten sich Helmut Groß (Friedensinitiative), Habib Qani (Sozialreferat München), Hanns-Frank Seller (2.Bürgermeister der Gemeinde Benediktbeuern), Muhammad Mansour (Imam), Florian Gruber (evangelischer Pfarrer) und Thomas Neuberger (katholischer Dekan) bereit, als Meinungsgeber und Ansprechpartner für die Schülerschaft zu fungieren.

In seiner Eröffnung betonte Bürgermeister Müller die Bedeutsamkeit der Veranstaltung in Geretsried, einer Stadt, die historisch durch Waffenproduktion sowie Kriege und ihre Auswirkungen geprägt ist. Anschließend übernahm der Redaktionsleiter der SZ Bad Tölz – Wolfratshausen Florian Zick die Moderation des Dialoges. Wortgewandt und geschickt führte er durch den Vormittag und die verschiedenen Themenblöcke. Eingangs wurde die Bedrohung des Friedens durch (atomare) Waffen und damit der Gründungsgrund der Initiative Mayors for Peace erörtert. Dabei verwiesen die Experten auf die lange, zeitgeschichtliche Beziehung zwischen Menschen und Waffen. Eine Welt ohne Waffen sei auf Grund dessen utopisch. Von Schülerseite wurde an diesem Punkt der zu leichte Zugang zu Waffen kritisiert, was Zustimmung von den Meinungsgebern mit sich brachte. Viel mehr müsse deswegen an die Bedeutung des Menschen hinter oder an dem Kriegsgerät appelliert werden. Als ein Wesen, das auch Alltagsgegenstände als Waffe missbrauchen kann, ist der Mensch verantwortlich, ob und wie er mit Waffen umgeht.

Das brachte den Dialog zu den Möglichkeiten, sich für Frieden einzusetzen. Begegnung und ehrlicher wie toleranter Diskurs seien die Grundlage für jeden dahingehenden Erfolg. Wichtigen Themen Platz im Alltag, Beruf und Bildung einzuräumen, stelle das Fundament für ihre Lösungen. Und dafür fange im besten Falle jeder Mensch bei sich selbst an. Reflexion und die Fähigkeit einer realistischen Wahrnehmung helfe beim Erkennen und Einschätzen von Problemen, Konflikten sowie herrschenden Ungleichheiten. Das wiederum verkleinere die Reichweite von Extremismus und Populismus. Frieden beginnt also im Kopf. Ein Konsens, dem die gesamte Aula mit nickenden Köpfen zustimmte.

Abschließend setzten sich Schüler*innen und Experten mit dem negativen und positiven Friedensbegriff auseinander. Sehr schnell legten sich die Beteiligten darauf fest, dass Erster keine Option für unsere Zukunft ist. Frieden ist mehr als nur kein Krieg. Und mit diesem Ideal verbietet es sich, die Hoffnung auf einen allumfassenden Frieden aufzugeben. So wird aus einem „unrealistisch“ ein „unglaublich schwierig“.

Die Schüler*innen folgten der Veranstaltung aufmerksam und konzentriert. Einzelne nahmen die Möglichkeit des Formats wahr, ihrer Meinung Gehör zu verschaffen und Fragen direkt in die Runde zu stellen. Außerdem nutzten jeweils ca. 15 Schüler pro Experte und Moderator die zwischenzeitliche „Speed-Dating Runde“, um die jeweiligen Ansprechpartner besser kennenzulernen und Friedensfragen im kleineren Rahmen zu besprechen. Quasi ein Dialog im Dialog.

Am Ende gingen alle Anwesenden inspiriert, zufrieden und nachdenklich ins Wochenende:


Frieden ist mehr als nur kein Krieg.
Und mit diesem Ideal verbietet es sich,
die Hoffnung auf einen allumfassenden Frieden aufzugeben.

Integration aktiv bedankt sich herzlich bei den Schulen, dem Technikteam der Realschule, den Experten sowie den Mitwirkenden für die hervorragende Zusammenarbeit! Wir freuen uns, auf ähnliche und noch interaktivere Veranstaltungen zum Thema Frieden in den nächsten Jahren.

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