Teil II: Integration in Aktion

Praxisbezug als Anlage zu Teil I

 
7.1.6 Integrationsforen
 
7.1.7 Koordination der fünf Arbeitsgruppen (Stand Juni 2019) und 7.2 Wer ist in Geretsried im Bereich Integration tätig?
 
 
7.1.6 Integrationsforen
 
April 2013

Integration als fortdauernde Aufgabe

Wie schaut es heutzutage mit der Integration in unserer Stadt aus? Wie können WIR - Einheimische und Zuwanderer - bei der Integration gemeinsam handeln? Aus welchen Ländern kommen die Zuwanderer? Was hat sie dazu erwogen, ihr Land zu verlassen? Wie geht es ihnen in ihrer neuen Heimat? Was bringen sie mit? Was bedeutet die Zuwanderung für die Stadt? Mit dem ersten Treffen sollte ein Forum geschafft werden, das Fragen rund um das Thema ‚Integration‘ stellt und Antworten gibt.

November 2013

Arbeit = Integration ?!

Der Integrationsbeauftragte des bayerischen Staatsregierung Martin Neumeyer war Ehrengast am zweiten Integrationsforum, das unter dem Motto „Arbeit = Integration?!“ stand. In der Mensa der Karl-Lederer-Schule versammelten sich VertreterInnen von Stadt und des Trägervereins, der Agentur für Arbeit, des Jobcenters und der Industrie- und Handelskammer München. Bürger konnten sich bei den Fachleuten direkt über ihre Berufschancen informieren.

März 2014

Integration durch Bildung

Das Bildungssystem hat eine entscheidende Bedeutung für die gelingende Integration. Kenntnis der deutschen Sprache ist dabei der Schlüssel für den Bildungserfolg der Kinder mit Migrationshintergrund. Ohne diesen bleibt die Teilhabe an der Gesellschaft und ihren verschiedenen Lebens- und Arbeitsbereichen verschlossen. Unter der Decke mangelnder Deutschkenntnisse verbergen sich viele Begabungen und Talente, die es sichtbar zu machen und weiter zu entfalten gilt. Die Förderung von Kindern aus Zuwandererfamilien ist sicherlich eine große Herausforderung für die Gesellschaft. Das Potenzial der Kinder darf aber nicht verloren gehen. Auf deren Know-How, Kreativität und Innovation sind wir in Zukunft angewiesen. Frühkindliche Bildung, Sprachförderung, Teilnahme an außerschulischen Angeboten und Einbindung der Eltern in die pädagogische Arbeit sind dabei unerlässlich. Diesen Themen widmete sich das dritte Integrationsforum.
 
Oktober 2014

Engegement für alle - interkulturell denken und handeln

Was ist für den Bestand des Gemeinwesens unabdingbar? Dass es Hausarbeit, Eigenarbeit und ehrenamtliches Engagement sind, ist im gesellschaftlichen Bewusstsein nur wenig präsent. Entsprechend werden die unentgeltlichen Bereiche nur ungenügend geschätzt. Engagement jenseits der Erwerbsarbeit, des Marktes und des Konsums meint die Übernahme von Verantwortung für ein Gemeinwohl, egal ob im Verein, Stadtviertel oder Welt. Sich zu engagieren heißt, teil zu nehmen an der Gesellschaft. Damit sich die Menschen engagieren können, brauchen sie Impulse und Rahmenbedingungen. Was die Kommunen und die freien Träger dazu beitragen können, dass Engagement und damit die Teilhabe an der Gesellschaft für alle möglich wird, dabei ging es am vierten Integrationsforum.
 
November 2015

Chancen und Herausforderungen der Migration

 
Wenn wir weit genug zurückschauen, dann sind wir alle von weit weg zugewandert. Irgendwann werden aus Zugewanderten Einheimische, die Fremden nicht mehr fremd. Tatsächlich verhindern Vorurteile, Misstrauen und unzureichende Kommunikation, dass die Menschen ein Gefühl von Sicherheit bekommen. Und eins ist klar: mit der Einwanderung sind Herausforderungen verbunden. Es sind aber auch zugleich Chancen, die sich auftun, wenn Bund, Länder und Kommunen Integrationskonzepte entwickeln, die für die Gesellschaft langfristig zufriedenstellende Lösungen darstellen. Das fünfte Integrationsforum hatte die Absicht, über die aktuelle Situation in Geretsried zu informieren und über die Integration als als eine gemeinsame Aufgabe der Kommune, der einheimischen Bürger und der Flüchtlinge zu reden.
 
April 2016

Interkulturell Denken und Handeln

Um interkulturelle Öffnung ging es am sechsten Integrationsforum. Eingeladen war Tina Lachmayr von der Fachstelle für Interkulturelle Kompetenzentwicklung in München. Sie versuchte in ihren Kursen, den Besuchern das gegenseitige Verständnis und das Verständnis und die Offenheit anderer Kulturen gegenüber zu fördern.
 
November 2016

Auf dem Weg zu einem kommunalen Integrationskonzept

 
Um den Bürgern in der Stadt den Zugang zu den integrationsfördenden Angeboten zu erleichtern und diesen so transparent wie möglich für alle Beteiligten gestalten. Deshalb ist die Bestandsaufnahme der Integrationsmaßnahmen in der Stadt sehr wichtig. Nur so können die Akteure ihre Angebote abgleichen, diese gegebenenfalls koordinieren und gut strukturierte Kommunikationswege aufbauen. Ein gemeinsam gestaltetes Integrationskonzept ist im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Stadt strategisch sehr wichtig und wird die Zusammenarbeit der vielen Akteure auf diesem Gebiet sicherlich erleichtern. Das siebte Integrationsforum diente dazu, die Zwischenergebnisse der Arbeit am Integrationskonzept zu informieren.
 
November 2017

In Geretsried zu Hause?! Identifikation und Zugehörigkeitsgefühl von Zugewanderte

Viele der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind in den Kernbereichen Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Bildung und Qualifikation oder Wohnungsmarkt gut integriert. Bei dieser strukturellen Integration werden Zugewanderte als Mitglieder der Gemeinschaft anerkannt und erhalten gleichberechtigte gesellschaftliche Chancen. Geht mit einer strukturellen Einbindung von Zugewanderten in die Gesellschaft aber auch automatisch eine emotionale Integration einher? Sprich - sind Zugewanderte auch emotional „angekommen“, fühlen sie sich wirklich akzeptiert und können sich mit der neuen Lebenswelt identifizieren? Damit ist die emotionale oder identifikatorische Integration gemeint, also der subjektive Integrationserfolg des Einzelnen. Was können die Kommunen und freien Träger im Prozess der emotionalen Integration von Zugewanderten beitragen? Was fördert die emotionale Integration und wer oder was hat Einfluss auf das emotionale Zugehörigkeitsgefühl von Zugewanderten? Diesen Fragen widmete sich das achten Integrationsforum.
 
April 2018

Das neue Integrationskonzept kommt

Geretsried ist bunt – über hundert Nationalitäten leben hier heute zusammen. Diese
Vielfalt ist eine Bereicherung für die Entwicklung der Stadtgesellschaft. Daher bleibt das
Thema Integration nach wie vor hochaktuell. Denn es ist ein vielschichtiger und langfristiger
Prozess. In Geretsried wird seit ihrer Entstehung großartige Integrationsarbeit
geleistet. Zahlreiche Institutionen und Ehrenamtliche engagieren sich mit vollem Einsatz
bei diesem wichtigen Thema und bringen Ihre langjährige Erfahrungen mit ein. Im gemeinsamen
Austausch ist es nun gelungen ein umfassendes, kommunales Integrationskonzept
auszuarbeiten, das an diesem Forum präsentiert wurde.
 
November 2018

Muttersprache(n) - die Basis für alle Sprachen

Wie sehr „Muttersprache(n) – die Basis für alle Sprachen“ sein kann stellte Heiner Böttger, Professor für Englischdidaktik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, in seinem anschließenden Vortrag dar. Sein Forschungsinteresse konzentriert sich aktuell auf (fremd-)sprachenrelevante, ganzheitliche Lehr-/Lernprozesse in spracherwerbssensiblen Entwicklungsphasen. Dabei war besonders spannend, dass er einen Einblick in seine laufende Forschung gab. Die Ergebnisse seiner Studie an bilingualen Grundschulen werden im März 2019 veröffentlicht und würden das Schulsystem grundlegend ins Wanken bringen, zeigt sich der Referent überzeugt. Bereits der mit viel Fachkompetenz vorgetragene und kurzweilige Einblick in die Arbeit des Sprachwissenschaftlers lässt daran kaum Zweifel. Das Beste für die Entwicklung der Kinder sie es demnach so früh wie möglich mehrsprachig auf zu wachsen.

April 2019

Muttersprachen fördern & Akzeptanz schaffen - aber wie?

Umsetzungsmöglichkeiten in Geretsried

Der Präsentation von Integration aktiv über die wichtigsten Punkte des bilingualen Ansatzes mit muttersprachlicher Förderung folgten Impulsvorträge aus der Praxis. Sonja Frank, städtische Referentin für Soziales und Integration, unterstrich die Wichtigkeit der Methode schon ab dem frühkindlichen Alter und hob die postiven Effekte auf die Lernfähigkeit und mentale Gesundheit hervor. Anschließend durften die Anwesenden dem wirkungsvollen Vortrag der Waldramer Mittelschullehrerin Andrea Neulinger über die Auswirkungen des Sprachniveaus auf die Zukunftschancen lauschen. Sie forderte ein Umdenken der bisher gesetzten Standards im Bildungssystem und richtete einen flammenden Appell an die Zuhörer: Für jeden Menschen ist es essentiell seine Muttersprache sowohl in Wort, als auch in Schrift zu beherrschen. Danach berichtete Dr. Karsten Höhn von der Agentur für Arbeit von versteckten Arbeitsmarktpotentialen, die zur Umsetzung der muttersprachlichen Förderung beitragen können. Abgeschlossen wurden die Impulsvorträge von Katherine Schreyer-Keil von der AWO München. Sie stellte einen Fall aus dem Raum Miesbach vor, in dem engagierte Eltern die vorgestellte Methode für ihre Kinder ermöglichen konnten.

Der letzte Teil der Veranstaltung war dann ein Forum im klassischen Sinne. Eine lebendige Diskussionsrunde, in der Meinungen, Erfahrungen und Ideen zum Thema ausgetauscht wurden. Als fundamental für die Umsetzung einer erfolgreichen muttersprachlichen und bilingualen Förderung sehen die Teilnehmer folgende Punkte:

  • besseres Erreichen der Eltern zur Sensibiliserung und Aufklärung über die Wichtigkeit des Ansatzes
  • Wertschätzung von Sprachen und Vielfalt in allen Generationen
  • spezialisierte Bildungsberatung
  • Plattformen zur Pflege und Austausch verschiedener Muttersprachen

Oktober 2019

Bildung & Integration

Unter dem Titel „Bildung & Integration“ fand am 15. Oktober das 13. Integrationsforum in der Karl-Lederer Schulmensa statt. Die Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Gudrun Brendel-Fischer, MdL besuchte Geretsried mit einem halbstündigen Vortrag zu diesem Thema, in dem sie viele interessante Projekte vorstellte. Anschließend nahm sie sich viel Zeit für die anwesenden Netzwerpartner*innen und Interessierten. In einem intensiven Austausch fanden alle Erfahrungen, Anliegen und Sorgen Platz.

Juli 2020

Arbeit ist Menschenrecht?!

Zur Sicherheit und Gesundheit unserer Netzwerkpartner*innen mit weiten Abständen im Stuhlkreis, Hygienekonzept sowie etwas verschlankt mit nur zwei der ursprünglich vier geplanten Thementische. Persönlich begrüßt von Geretsrieds zweiter Bürgermeisterin Sonja Frank, standen für das Handwerk Frau Braunholz und Herr Gebhard von der Handwerkskammer für München und Oberbayern sowie Frau Bogner als Friseurobermeisterin und Vertreterin der hiesigen Kreishandwerkerschaft Rede und Antwort. Darüber hinaus kümmerten sich Dr. Höhn von der Arbeitsagentur sowie Herr Wolter und Herr Klingseisen vom Jobcenter um alle Fragen bezüglich Qualifizierung und Förderinstrumente.
Im Dialog über die Möglichkeiten von Arbeitsmarktintegration speziell im Bereich Handwerk wurde von Seiten der anwesenden Netzwerkpartner*innen, deren Berufsfelder alle stark mit dem Thema des Abends verknüpft sind, der Wunsch nach mehr „Werbung“ der Kammern und der ihnen zugehörigen Betriebe geäußert. Die Vorteile der dort angesiedelten Ausbildungsberufe sollen mehr zur Geltung gebracht werden.
Die Vertreter*innen der Kammern stellten klar, dass dies schon geschehe. Außerdem betonten sie, dass momentan viele Migrant*innen das „schnelle Geld“ in der Anstellung als ungelernte Kraft (z.B. in der Zustellbranche) den langfristigen Erfolgsaussichten einer abgeschlossenen Berufsausbildung vorzögen. Die Konfliktsituation um eine auf die kurze Frist höhere Entlohnung führe sogar bisweilen dazu, dass vermehrt Ausbildungen abgebrochen werden.
Die Teilnehmer*innen zeigten großes Einverständnis, dass durch bessere Vernetzung aller Seiten zum einen das bestehende Beratungsangebot besser und mehr genutzt werden kann und, zum anderen, effektivere Mediation geleistet werden kann, um vorzeitige Ausbildungsabbrüche zu vermeiden.
Ein weiteres großes Thema des 14. Integrationsforums war, dass viele Auszubildende mit Flucht- oder Migrationshintergrund scheinbar aufgrund nicht ausreichender Deutschkenntnisse sowie gegebenenfalls kultureller Barrieren das bestehende Prüfungssystem nicht erfolgreich bewältigen können. Viele der Anwesenden stellten an diesem Punkt die Frage „Wie bringen wir junge Leute zur Ausbildungsfähigkeit im Allgemeinen?“
Hier berichteten die Vertreter von Jobcenter und Arbeitsagentur von der Einstiegs-Qualifizierung. Diese sei ein „gutes Mittel“. Junge Menschen und Betrieb können sich in diesem Programm ein Jahr lang kennenlernen. Vorteil für die Unternehmen: Die Jugendlichen werden fit gemacht für die Ausbildung. Vorteil der teilnehmenden Jugendlichen: Anschließend besteht die Chance in ein reguläres Ausbildungsverhältnis übernommen zu werden und gegebenenfalls das erste Jahr angerechnet zu bekommen.
Über den gesamten Austausch hinweg fiel öfter der Einwand, dass für wirkliche positive Veränderung auch auf Seiten des Systems der Arbeitsmarktintegration in Deutschland alte Muster zu überdenken sind. Beide Seiten sollen ohne Vorbehalte aufeinander zugehen können und so Wege finden, die Ausbildung an sich wieder attraktiver und erfolgreicher zu gestalten. Denn damit ist am Ende der Gesellschaft am meisten geholfen.
Als immens wichtig hierfür hielt man fest, dass insbesondere Reflexion der eigenen Prägungen und Vorurteile, Offenheit sowie Änderungsbereitschaft auf Seite der Mehrheitsgesellschaft hilfreich wären.
Insgesamt wurde der Austausch als sehr gewinnbringend empfunden. Am Ende wurde der Wunsch geäußert, eventuell eine Art Mini-Messe mit Akteuren rund um das Thema Ausbildung / Arbeit und Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund zu organisieren, damit sich die wichtigen und richtigen Akteure kennenlernen und vernetzen können.

 

7.1.7 Koordination der fünf Arbeitsgruppen (Stand Juni 2019)

und

7.2 Wer ist in Geretsried im Bereich Integration tätig?

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